Beschreibung 

Netzwerkgeld findet als Kommunikationsinstrument und Zahlungsmittel in einem lokalem, regionalem oder überregionalem Netzwerk Verwendung. Es ist eine Vereinbarung in einer Gemeinschaft etwas, im Regelfall Sachen (z.B. besondere Papiere, Münzen, digitalen Einheiten) als Instrument für den Autausch, Wertmaßßstab oder auch für die Wertaufbewahrung zu nutzen.
 
Neben dem Staatsgeld wird es komplementär genutzt. Netzwerkgeld herausgegeben von privaten Emmitenten besitzt Einlösegarantien und ist mit Leistungszusagen, Waren, C02 Reduktionszertifikaten, Engagementzeiten oder Euro hinterlegt.
Staatliche Emmitenten, Banken oder Sparkassen haben grundsätzlich keine Einlösegaranten und veranlassen die Annahme durch Tilgungspflichten auf Schulden oder Steuern. Eine Eintauschbarkeit in Edelmetall ist durch diese Emmitenten nicht mehr zugesagt.
Ob Netzwerkgeld zu einer Identitätsbildung in einer Geminschaft führt, ist in Bezug auf den Euro also auch bei Regionalgeldern umstritten.
 
Die rechtlichen Grundlagen für privates Netzwerkgeld finden sich als Kontokorrent im Handelsgesetzbuch, im EU-Zahlungsdiensterecht und in den Vereinbarungen der Netzwerker. 
 
Netzwerkgeld ermöglicht wirtschaften dort, wo Projekte und Umsätze mangels Liquidität nicht mehr zustande kommen. Da Staatsgeld ungleich verteilt und hierdurch zur Realisierung von Projekten und Aufrechterhaltung von Infrastruktur kaum erreichbar ist, werden Vorhaben ergänzend mit Netzwerkgeld finanziert. So kommt Netzwerkgeld u.a. bei Gründungsfinanzierungen, bei Investitionen, Lohnzahlungen, Veranstaltungsvorhaben, Einkäufen und bei der Kundenbindung zum Einsatz.
In eng verbundenen Gemeinschaften mit einem hohen Maß an Vertrauen und geringer Anonymität der Verwender*innen, wird auf Geld als Tauschmittel, Wertmaßstab und Instrument der Wertaufbewahrung verzichtet z.B. Familien, Vereinen, Wohngemeinschaften.
 
Netzwerkgeld ist an das Netzwerk gebundenes Geld und kann so Umsatz und neue Kontakte bringen. Über einen Marktplatz finden Sie Partner. Mit Krediten gibt es frische Liquidität. Mit Netzwerkgeld werden Geldkreisläufe initiert und dem Geldabfluss entgegen gewirkt. Zahlungsvorgänge sind über das Onlinebanking auf Plattformen leicht und schnell durchführbar. Die Kooperation von Projekten und Unternehmen in Netzwerken führt zu Win/Win Situationen, die wechselseitige Unterstützung für alle Beteiligten schafft. Weitere Effekte von Netzwerkgeld werden in den Videos vorgestellt.
 
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Vielen Dank an die Robert Bosch Stiftung, die eine Untersuchung von Netzwerkgeld im Rahmen des Projektes "Neulandgewinner" ermöglichte.

Werte

Positiv zu erklären, wofür eine Akteur*in oder eine Gruppe einsteht, ist für eine transparente Positionierung in der Öffentlichkeit sehr wichtig. Projektgruppen und Sachkundige Menschen haben sich bei einem Treffen in Witzenhausen auf nachfolgende Werte und Qualitätsprinzipien für Regionalgelder verständigt. Diese Werte halfen in der Vergangeheit vielfach weiter.

1. Ein Gewinn für die Gemeinschaft: Mit einem regionalen Verrechnungs- und Finanzsystem werden Vorteile für die beteiligten Verbraucher, Vereine, Kommunen und Anbieter geboten und eine nachhaltige Regionalentwicklung gefördert.

2. Kreisläufe bildend: Es werden regionale Kreisläufe zur Innovationsentwicklung und zur Deckung des Grundbedarfs gefördert. Der Fokus liegt auf einer Erhöhung der regionalen Wertschöpfung, unterstützt durch einen Verbund mit überregionalen Partnern.

3. Ein nachhaltiges Finanzsystem fördernd: Die Initiativen treffen Maßnahmen, die Menge und die Umlaufgeschwindigkeit des Regiogelds zu ermitteln und zu steuern. Der Regiogeld-Gutschein hat eine zeitlich begrenzte Gültigkeit. Zum Sparen und Investieren werden Instrumente entwickelt, um den Zins auf ein verteilungsneutrales Maß zu senken.

4. Transparent für die Nutzenden:
Die Regeln der Initiativen werden allgemein verständlich erklärt. Wichtige Daten werden veröffentlicht (dazu zählen die Anzahl der Akzeptanzstellen und die ungefähre Anzahl der Nutzer). Mindestens einmal jährlich wird die umlaufende Regiomenge veröffentlicht. Das Konzept des Regiogeldes wird vor der Erstausgabe offengelegt, ebenso Konzeptänderungen während des laufenden Betriebes. Auf Nachfrage werden Informationen ggü. dem Verband offengelegt. Die Organisation ist offen für wissenschaftliche Begleitforschung und konstruktive Kritik

5. Demokratisch: Die grundsätzlichen Entscheidungen werden in demokratischen Verfahren beschlossen, es findet eine Überprüfung durch Fachleute statt. Direktdemokratische Verfahren werden als wesentliches Gestaltungsinstrument des Vereins genutzt. Die Regiogeld-Initiative orientiert sich an den Grundsätzen der demokratisch-freiheitlichen Ordnung wie sie z. B. in der Menschenrechtskonvention dargelegt ist.

6. Professionell umgesetzt: Die Regio-Initiative arbeitet auf Basis einer theoretisch und praktisch fundierten Konzeption und wird getragen von engagierten und kompetenten Mitarbeitern, die in der Lage sind, ein gesundes Verhältnis von Aufwand und Ertrag herzustellen.

7. Eigenständig finanziert und gemeinwohlorientiert: Auf Dauer wird eine Selbstfinanzierung durch die Beteiligten der Regiogeld-Initiative angestrebt. Entstehen Überschüsse, werden diese für das Allgemeinwohl in der Region eingesetzt.

8. Zusammenarbeit: Die Mitglieder des Regiogeld-Verbandes verpflichten sich zur kooperativen Zusammenarbeit.
Zusammenarbeit bedeutet u.a., dass wir Wissen miteinander teilen, Erfahrungen austauschen und Infrastrukturen gemeinsam nutzen.
Aus Wertschätzung für die Aufbauarbeit des regionalen Netzwerks dürfen die Teilnehmenden einer Initiative von einer anderen Initiative oder dem Regiogeld-Verband nur nach Zustimmung angesprochen werden
Wenn es in der Zusammenarbeit zu unüberbrückbaren Konflikten kommt, ziehen die Beteiligten einen unabhängigen Dritten hinzu.
Wird keine Lösung erreicht, kann der Verband einen weiteren Vermittlungsversuch einfordern.

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